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Ehemalige „Militärstadt“ - das Bornstedter Feld


Die militärische Nutzung des Bornstedter Feldes vor den Toren der Stadt begann um 1750. Den Ausschlag dafür gab die unmittelbare Nähe des bis dahin landwirtschaftlich genutzten Bornstedter Feldes zur neuen Residenz von König Friedrich II.: Schloss Sanssouci. Im 19. Jahrhundert wurde das Bornstedter Feld schrittweise in die militärische Dauernutzung überführt. Der traditionelle Übungsplatz der Garnison am Stadtrand maß 233 Hektar. Auf dem mit Rasen überwachsenen westlichen und südwestlichen Teil übte die Infanterie. Kavallerie und Artillerie bevorzugten dagegen das meist sandige Gelände im anderen Teil.

Große Kasernenanlagen entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts an Jägerallee, Voltaireweg und Nedlitzer Straße. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich die "Militärstadt" von der zivilen "Bürgerstadt" weitgehend abgeriegelt. Vor knapp 70 Jahren wurden die "grauen" Kasernen entlang der Pappel- und Kirschallee sowie an der Nedlitzer Straße gebaut.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm die Rote Armee die militärischen Anlagen im Bornstedter Feld in Besitz. Die politische Wende brachte das Aus für die "Garnison Potsdam". Schon 1991 begann der Abzug der GUS-Streitkräfte aus den Kasernen im Bornstedter Feld. Er war 1994 abgeschlossen. Mit dem Erwerb der ehemaligen Militärflächen durch den Entwicklungsträger Pro Potsdam ging die Sanierung und Aufbereitung der Brachen einher. Was neben Abriss auch den Erhalt wertvoller Bausubstanz bedeutete.

Die Rote Kaserne Ost verdankt ihren Namen den rot gebrannten Ziegelsteinen. Die eindrucksvolle "Rote Kaserne" ist eine denkmalgeschützte Kasernenanlage. Sie liegt am Fuße des Pfingstbergs. Die ursprünglich in Berlin am Kupfergraben beheimatete "2. Garde-Feldartillerie" hatte in den Jahren 1892 bis 1895 an der Straße nach Nedlitz die damals größte und modernste militärische Einrichtung der Stadt erhalten. Zwischen dem Nord- und Südteil der Kaserne lagen auf einer Mittelachse aufgereiht die zentralen Einrichtungen. Darunter auch das heute noch erhaltene Stabshaus und das Kammergebäude. Das auf dem Kammergebäude angebrachte monumentale Relief stammt vom ehemaligen Standort des Garde-Feldartillerie-Regiments in Berlin.

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